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Erfahrungsbericht Ecuador Freiwilligenarbeit

Erfahrungsbericht meiner Reise nach Südamerika, ein Bericht von Paul

Erfahrungsbericht Ecuador FreiwilligenarbeitAufenthalt in Quito, Ecuador:

Meine Reise nach Südamerika mit Jamso Trainee, welche am 05.01.2020 mit einem Flug von München nach Quito, die Hauptstadt Ecuadors, begann, war für mich eine unglaublich wichtige Erfahrung und ein Einblick in faszinierende Kulturen und Menschen. Meine ersten 3 Wochen dieser Reise verbrachte ich bei meiner Gastmutter in Quito, um dort an einem Sprachkurs teilzunehmen. Mein Spanisch war zu Beginn sehr begrenzt, da ich es als Fach in der Schule nach 3 Jahren abgewählt hatte, was sich zu Anfang etwas als Herausforderung gezeigt hat, da meine Gastmutter ausschließlich Spanisch sprach. Dies sorgte allerdings für einen schnellen, effektiven Lernprozess und Tag für Tag fiel mir das Sprechen leichter. Die Lehrer sowie der Direktor der Sprachschule waren unglaublich freundlich, hilfsbereit und gingen auf die Interessen der Schüler ein. Des Weiteren wurden von Seite der Sprachschule Wochenendausflüge organisiert, wie unter anderem zum Vulkan Cotopaxi, den Nebelwäldern Mindo, zum großen Markt in Otavalo, woran ich dann teilnahm. Auch unter der Woche wurden Stadt-Touren, Koch- und Salsakurse und kleinere Ausflüge zu nähergelegenen Sehenswürdigkeiten wie dem Mittelpunkt der Erde organisiert. An sich hat Quito durch die vielen kolonialistischen Bauten viel zu bieten. Ich musste mich allerdings erst etwas daran gewöhnen, etwas umsichtiger zu sein als sonst und in der Dunkelheit immer ein Taxi nehmen, da die dortige Sicherheitslage schon etwas anders als in Deutschland ist. Dennoch sind die Bewohner Ecuadors sehr gastfreundlich und höflich, jederzeit. Somit hatte ich in Quito drei interessante Wochen, in der ich viele Bekanntschaften machte, mit denen ich teils immer noch in Kontakt stehe. An meinem letzten Wochenende in Quito, machte ich mich auf den Weg in das Amazonasbecken.

Erfahrungsbericht Ecuador FreiwilligenarbeitIm ecuadorianischen Amazonas:

Leider hatte ich mir, wahrscheinlich durch verunreinigtes Essen, etwas eingefangen. Das Pärchen, in meinem ökologischen Projekt im Amazonas, haben sich aber sehr gut um mich gekümmert und nach etwas Antibiotika wurde ich auch wieder gesund. Das Projekt bezieht sich auf ein sehr großes Gelände und das Ziel der Besitzer ist es dem Regenwald so gut es geht zu helfen wieder in seiner ursprünglichen Form zu regenerieren, da die bewohnten Gebiete des ecuadorianischen Amazonasanteils leider teils stark abgeholzt sind und somit die Tiere und Ureinwohner gefährdet sind. An so etwas mitwirken zu können ist total interessant, denn wir können in Deutschland von zuhause aus leider nicht gerade aktiv an dem Schutz der Regenwälder teilhaben. Auf dem Gelände leben unter anderem Affen und Papageien. Einer dieser Affen ist sozusagen das Haustier der Besitzer und es war für mich immer ziemlich witzig zu sehen, wie er das Essen aus unseren Tellern geklaut hat und damit verschwunden ist. Man fühlte sich dort der Natur sehr nahe und die einzelnen Mitarbeiter sind sehr gesprächig was mir weiter half mein Spanisch auszubauen. Wochenends habe ich eine 4-tägige Tour in den Cuyabeno Nationalpark unternommen, was definitiv eines der Highlights meiner gesamten Reise war. Im Nationalpark, nahe der kolumbianischen Grenze, konnte ich von Flussdelfinen, über mehrere verschiedene Affenarten bis zu großen Taranteln so ziemlich alles sehen, was man im Amazonas sehen möchte. Dorthin kam ich durch das Flussbett mit 4 anderen Touristen im Motorkanu. Die Hitze war enorm hoch, aber diese Erfahrungen war es wert. Ebenfalls haben wir eine indigene Gemeinschaft besucht, welche uns gezeigt hat, wie das alltägliche Leben dort aussieht. Nach meinen 3 Wochen im Regenwald kehrte ich für 2 Nächte zurück nach Quito, zu meiner zuvor bekannten Gastmutter. Am letzten morgen ging es dann auch zum Flughafen und von dort nach San Cristobal auf Galapagos.

Erfahrungsbericht Ecuador FreiwilligenarbeitDie Galapagos-Inseln:

Dort nahm ich ebenfalls an einem ökologischen Projekt teil. Auf den Galapagos-Inseln wurden bereits vor einiger Zeit invasive Baumarten eingeführt, welche den Lebensraum der einheimischen Pflanzen nehmen und damit auch Futter für die einzigartige Tierwelt nimmt. Arbeit für die Freiwilligen im Projekt sind unter anderem diese invasiven Bäume zu beseitigen. Außerdem haben wir die Kühe gemolken, denn der Besitzer setzt sehr viel Wert auf Viehzucht und Anbau von Obst und Gemüse, da der Import des Essens vom Festland sehr umweltbelastend ist und auch deutlich teurer. Die Arbeit dort war sehr anstrengend, doch machte genauso viel Spaß mit Pepe und Jose, 2 Einheimischen, die dort permanent arbeiten, ins Gespräch zu kommen. Am ersten Wochenende unternahm ich dann einen Ausflug über 4 Tage auf 2 der anderen bewohnten Inseln, Santa Cruz und Isla Isabela. Dort konnte ich vor allem die typische Tierwelt und Vulkanlandschaft betrachten. Einer meiner Lieblingsbilder ist ein kleiner Fischmarkt auf Santa Cruz bei dem die Seelöwen und Pelikane darum betteln etwas abzubekommen. Auf Isla Isabela fand dann der Karneval statt, welchen ich mit anderem aus dem Hostel feierte. Isabela ist sehr dünn besiedelt und es sind auch weniger Touristen anzutreffen, obwohl diese Insel von der Tier- und Pflanzenwelt am meisten zu bieten hat. Am letzten Tag kehrte ich gegen Spätabend wieder auf San Cristobal zurück und bemerkte bereits, dass 2 Wochen auf den Galapagos beinah zu wenig sind, da die Inseln einfach unglaublich viel zu bieten haben. Ebenso sind mir die Mitarbeiter des Projekts ziemlich ans Herz gewachsen. Am letzten Wochenende ginge ich dann zum Kicker Rock, um dort zu tauchen. Wir waren nur 3 Taucher und konnten unglaublich viele Haie, Schildkröten und Rochen betrachten. Die starke Strömung war manchmal etwas anstrengend und das Wasser deutlich kälter als unter anderem in Asien, aber dafür ist die Unterwasserwelt der Galapagos-Inseln so einzigartig. Es fiel mir irgendwie schwer die Inseln wieder zu verlassen, da es ein sehr ruhiger und geschützter Ort in meinen Augen war.

Erfahrungsbericht Ecuador Freiwilligenarbeit WildlifeDie Weiterreise nach Peru:

Am Flughafen in Cusco erwartete mich mein Ansprechpartner, welcher mich dann zu meiner Gastfamilie brachte. Der erneute Höhenwechsel auf 3.400m war wieder eine leichte Umstellung, aber nach einer Woche gewöhnte ich mich daran. Die ersten 2 Tage lebte ich mich etwas bei meiner Gastfamilie ein und sah mich etwas in der Stadt um, welche ja an sich schon sehr viel zu bieten hat. Dann ging es auch zu meinem Projekt in einer Auffangstation für ehemals misshandelte Tiere, welche in den Anden heimisch sind. Mein peruanischer Ansprechpartner begleitete mich am ersten Tag und zeigte mir, dass man morgens eine Art Sammelbus nimmt, welcher in Richtung der Kleinstadt fährt und bei einer 30-minütigen Fahrt nur umgerechnet 50 Cent kostet. Ich fühlte mich im Projekt sehr schnell wohl, da die Mitarbeiter alle eher jung sind und ihre Arbeit immer mit Freude angehen. Außerdem wird dort sehr viel Wert auf das Wohlbefinden der Tiere gelegt. Hauptattraktion des Projekt sind, auch für Touristen, die dort einen Rundgang machen, die Andenkondore, eine der größten Flugfähigen Vogelarten der Welt. Des Öfteren wird ein Kondor wieder in die Natur freigelassen, welcher dazu fähig ist zu jagen und zu überleben. Des Weiteren finden sich in der Auffangstation Pumas, Bären, Lamas, Alpakas, Vikunjas und zahlreiche Vogelarten vor. Bei meiner Arbeit ging es um die Fütterung dieser, sowie der Säuberung der Gehege. Ich durfte nach einer Woche auch schon Touristengruppen führen, da auch immer wieder deutsche Touristen das Gelände besucht haben. Um 13 Uhr ging es dann auch wieder zurück nach Cusco, wo ich dann wieder Freizeit hatte. Cusco ist glücklicherweise die touristischste Stadt Perus und ich habe ab und an Leute getroffen, die ich bereits kannte. So habe ich mich abends einmal mit einer Deutschen Gruppe, welche auch in Quito an der Sprachschule lernte, auf einen Pisco Sour, das Nationalgetränk Perus, getroffen. Für das Wochenende stehen einem in Cusco ziemlich viele Möglichkeiten, Ausflüge zu unternehmen, zur Verfügung. Als erstes habe ich mir Vinicunca, die Berge der sieben Farben, angesehen. Auf 5.200m wurde das Atmen immer schwieriger und es war ziemlich kalt. Aber am Gipfel angelangt hatte man eine beeindruckende Aussicht. Darauf habe ich mir die wohl beliebteste Touristenattraktion Perus angesehen, die Machu Picchu Ruinen. Der 2-tägige Aufenthalt beinhaltete einen Aufenthalt in Aguas Calientes, dem nächstgelegenen bewohnten Ort, von wo aus ich heiße Quellen besuchte und am nächsten Morgen um 4 Uhr mit anderen Touristen zu Fuß aufgestiegen bin. Es gab auch die Möglichkeit kostenpflichtig einen Bus zu den Ruinen zu nehmen. Der Aufstieg war bei völliger Dunkelheit, Kälte und enormer Luftfeuchtigkeit nicht gerade anspruchslos, aber oben angelangt mehr als lohnend. Ich hatte viel Glück, da am darauffolgenden Tag die Ruinen für Touristen aufgrund der COVID-19 Krise geschlossen wurden und durfte Machu Picchu so noch erleben. Leider konnte ich dadurch nicht mehr mein Projekt fortsetzen. Da die Peruaner und meine Gastfamilie jedoch so gastfreundlich sind, musste ich mich in keiner Sekunde bis hin zu meinem Rückholflug sorgen, und stehe jetzt immer noch in Kontakt mit meinen Gasteltern jeweils in Ecuador als auch in Peru. Trotz dieser Krise hatte ich eine unglaublich tolle Reise mit so vielen Eindrücken, dass ich der verloren gegangenen Zeit dort keineswegs nachtrauern muss. Ein herzliches Dankeschön an Jamso Trainee und Frau Angela Schneider für diese wunderschöne Reise. Ich Blicke nach vorne, möglichst schnell nach Lateinamerika zurückzukehren. Danke für Alles!

Paul J.

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